HTML vs. Imperihome

Vorab: Es kann durchaus sein, dass es andere Apps neben Imperihome gibt, die einen solchen Funktionsumfang bieten. Mir persönlich ist jedoch nur Imperihome bekannt, deshalb schreibe ich auch hier meine persönlichen Erfahrungen mit dieser App nieder.

Wie ich schon auf der Seite Welches Tablet? beschrieben habe, fing ich damals mit Imperihome als Steuerungs-Oberfläche für mein Android Wandtablet ein. Und ich muss sagen, es funktionierte äußerst gut! Für den Start war dies genau das Richtige. Imperihome ist eine App für iOS und Android, mit der man ein Dashboard für eine Heimautomatisierung aufbauen kann (man benötigt nichts weiter als die App und ggf. noch ein paar eigene Icons). Es gibt eine kostenlose Lite und eine kostenpflichtige Pro Variante mit einer unlimitierten Anzahl von Dashboard Seiten und Systemen.

Einige Systeme, darunter auch der Lightmanager (nur bei der Android Version von Imperihome!), werden nativ unterstützt. Es lassen sich z.B. auch NetAtmo Wetterstationen oder auch Kodi Systeme direkt einbinden. Nach der Einbindung des Lightmanagers kann man direkt auf die Szenen, Aktoren und den internen Temperatursensor zugreifen. Dimmbare Aktoren lassen sich auch über intergrierte Dimmer Kacheln mit Schieberegler einbinden. Bei mir gab es dabei aber Probleme: Schob ich die Regler auf die Maximal-Stellung, startete das entsprechende Micromodul hinter dem Lichtschalter ein dauerhaftes Auf- und Abdimmen.

Neben der nativen Einbindung des Lightmanagers können sämtliche Aktionen und Szenen des Lightmanagers über HTTP-Requests direkt aus Imperihome angesteuert werden (z.B. http://lightmanager/?key=1 löst Szene 1 aus). IP Kameras lassen sich ebenfalls direkt einbinden.

Nachdem ich aber die eigentliche Steuerung der Aktoren umgesetzt hatte, wollte ich weitere Funktionen (z.B. Anzeige von Temperaturen an beliebiger Stelle oder Einbindung von APIs) implementieren. Generell geht dies bei Imperihome über IFrames (zumindest in der Android Version). Jedoch ist dies relativ mühsam und vor allem werden die einzelnen IFrames recht langsam und nur innerhalb der festgelegten Kachel-Layouts nachgeladen. Kommt man auf eine Dashboard-Seite (z.B. Bad), so gibt es erst einmal weiße Flächen, bevor die IFrames laden.

Bei Imperihome gibt es ein gewisses Set an Dashboard-Layouts, die oft ausreichend sind, oft aber auch nicht. Es gibt keine Möglichkeit, die Layouts individuell anzupassen. Farben der Kachel und Schriften lassen sich hingegen beliebig ändern.

Dies war dann der ausschlaggebende Grund für einen Wechsel auf ein HTML/PHP/CSS Gerüst. Ich wollte einfach eine beliebige Anordnung der Informationen und Kacheln. Darüberhinaus wollte ich größtenteils auf IFrames verzichten. Dafür reicht dann schon HTML und CSS aus. Da ich aber externe Schnittstellen (APIs) anzapfen, Daten aus einer lokalen MySQL Datenbank abfragen und Scripte im Hintergrund (Cronjobs) ausführen lassen wollte, entschied ich mich für PHP als serverseitig verarbeitete Script-Sprache. Ich selber hatte noch nicht viele Erfahrungen mit PHP gesammelt, konnte aber schnell einsteigen, da die Sprache recht einfach aufgebaut ist.

Zu beachten ist natürlich, dass man einen entsprechenden Webserver mit PHP Unterstützung benötigt. Dieser kann z.B auf einem NAS oder auf einem Raspberry Pi laufen. Selbiges gilt auch für die optionale MySQL Datenbank und für etwaige Cronjobs. Aus Performance-Gründen würde ich Daten aus APIs immer lokal in einer Datenbank zwischenspeichern und nicht live Abfragen. Dies hat auch den Vorteil, dass man mit Quota-Limits der API Anbieter locker auskommt (z.B. pro Tag 2500 API Abfragen).

Imperihome eigenes HTML Gerüst
Native Unterstützung für den Lightmanager Air Ja
(nur bei der Android App)
Nein
Dashboard ohne weitere Komponenten (Webserver,…) Ja Nein
Eigener Inhalt einbindbar (API, eigene Webseiten,…) Ja (bedingt)
(nur über IFrames)
Ja
Know-How für den Aufbau des Dashboards nötig Nein
Ja
Individuelle Gestaltung des Dashboards (pixelgenau) Nein
Ja
Öffnen des Dashboards „von überall“ Nein
(Imperihome muss auf jedem Gerät installiert werden)

Ja
Initialer Implementierungs-Aufwand Niedrig
Hoch
Ressourcen Verbrauch Hoch Niedrig
Ansteuerung von lokalen Tasker Aufgaben Ja
Ja
(nur auf Android, da es Tasker nicht für iOS gibt)
Fullscreen Darstellung Ja Ja
(über kostenlose Zusatz App)

Abschließend kann man sagen, dass eine App wie Imperihome für den Einstieg perfekt ist. Möchte jemand nicht mehr machen, als die Aktoren zu steuern, dann ist Imperihome auch langfristig eine sehr gute Lösung. Der Preis von ca. 5€ ist dabei auch sehr vertretbar. Möchte man ein komplexeres Dashboard mit verschiedenen Quellen und sehr individuellem Design haben, dann sollte man zu einer eigenen HTML Dashboard-Lösung greifen. Weiß man dies schon zu Projektbeginn, so sollte man auch direkt mit HTML starten, um nicht später wieder migrieren zu müssen. Neben PHP lassen sich die Scripte natürlich auch mit anderen Scriptsprachen z.B. Perl realisieren.